Die Energiewende bleibt für die Stromkunden teuer

Was macht der Strompreis 2021

Der Strompreis bleibt weiterhin auf hohem Niveau, wird sich aber in 2021 voraussichtlich leicht reduzieren. Aufgrund eines insgesamt geringeren Stromverbrauchs in der Coronakrise wird mit einem Anstieg der EEG Umlage von 6,756 ct auf ca 8 ct pro KWh in 2021 gerechnet, da die EEG Subventionszahlungen auf eine geringere Strommenge umgelegt werden müssen. Um diesen Anstieg abzufangen, sollen Einnahmen aus der Besteuerung fossiler Brennstoffe ab 2021 zur Entlastung der EEG Umlage eingesetzt werden. Jährlich am 15.10. werden die neuen EEG Umlagensätze für das Folgejahr verkündet, sie gelten für alle Stromanbieter.

BürgerGas hat bereits ehrlich und knapp kalkuliert. Die Umlagen werden zum 01.01.2021 automatisch angepasst und auf der Jahresrechnung detailliert ausgewiesen.

Welche Faktoren bestimmen den Strompreis?
Im Zuge der Energiewende sind der Ausbau der Netze und die EEG-Umlage die größten Kostenfaktoren. Der Ausbau der Stromtrassen und die Maßnahmen zur Netzstabilisierung – wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht – treiben die Kosten regional unterschiedlich weiter nach oben. Netzentgelte und gesetzliche Umlagen machen bereits rund 75 % des Strompreises aus. Der Staat verdient daran immer gut mit: Auf die Umlagen wird am Ende die MwSt. aufgeschlagen. Diese Preisbestandteile müssen von allen Energieanbietern gleichermaßen getragen werden.

Nur 25% des Strompreises kann der Energieversorger beeinflussen und muss damit die Kosten für den Stromeinkauf, Verwaltung und Vertrieb abdecken. Nach einem kurzen Rückgang der Stromgroßhandelspreise im Sommer 2020 steigen die Großhandelspreise zum Winter 2020/21 wieder an.

Warum sind die Strompreise unterschiedlich hoch?
Die Netznutzungsentgelte sind staatlich reguliert und können je nach Wohnort sehr unterschiedlich sein. Diese Gebühren für die Durchleitung von Strom richten sich nach den Betriebskosten der Netze und der Bevölkerungszahl. Jeder Stromanbieter muss gleichermaßen diese Kosten für die Netznutzung, die Instandhaltung und den Ausbau der Netze an den jeweiligen örtlichen Netzbetreiber entrichten.

Wie entwickeln sich die Strompreise?
Die Strompreissteigerungen der Energiewende müssen per Gesetz alle „nichtprivilegierten Letztverbraucher“, d.h. vor allem Privathaushalte über die Stromrechnung tragen. Die Industrie mit einem hohen Energieverbrauch bekommt Milliarden-Rabatte oder ist sogar davon befreit. Mit einem weiteren Anstieg der Strompreise muss somit langfristig gerechnet werden.

Introbild: Matthew Henry on Unsplash