Die Energiewende bleibt für die Stromkunden teuer

Was macht der Strompreis 2018

Der Strompreis bleibt weiterhin auf hohem Niveau. Die EEG-Umlage sinkt geringfügig um 0,088 ct auf 6,792 ct pro Kilowattstunde. Aber andere Umlagen erhöhen sich leicht, sodass es bei den Umlagen insgesamt zu keiner relevanten Veränderung kommt. Vielerorts steigen erneut die Netzentgelte. Auch die Beschaffungspreise im Großhandel werden 2018 teurer.

BürgerGas hat bereits ehrlich und knapp kalkuliert. Die Umlagen werden zum 01.01.2018 automatisch angepasst und auf der Jahresrechnung detailliert ausgewiesen.

Welche Faktoren bestimmen den Strompreis?
Im Zuge der Energiewende sind der Ausbau der Netze und die EEG-Umlage die größten Kostenfaktoren. Der Ausbau der Stromtrassen und die Maßnahmen zur Netzstabilisierung – wenn die Sonne nicht schein und der Wind nicht weht – treiben die Kosten regional unterschiedlich weiter nach oben. Netzentgelte und gesetzliche Umlagen machen bereits rund 75 % des Strompreises aus. Der Staat verdient daran immer gut mit: Auf die Umlagen werden am Ende die MwSt. aufgeschlagen. Diese Preisbestandteile müssen von allen Energieanbietern gleichermaßen getragen werden.

Wie setzen sich die Strompreise zusammen?
Steuern und Abgaben machen bereits über 50% der Strompreise aus und sind damit der größte Kostenfaktor. Weitere 25% entfallen auf die Netznutzung – Tendenz steigend. Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist der Ausbau der subventionierten Stromerzeugung und der Netzinfrastruktur im Zuge der Energiewende. D.h. nur 25% des Strompreises kann der Energieversorger beeinflussen und muss damit die Kosten für den Stromeinkauf, die Verwaltung und den Vertrieb abdecken.

Warum sind die Strompreise unterschiedlich hoch?
Die Netznutzungsentgelte sind staatlich reguliert und können je nach Wohnort sehr unterschiedlich sein. Diese Gebühren für die Durchleitung von Strom richten sich nach den Betriebskosten der Netze und der Bevölkerungszahl. Jeder Stromanbieter muss gleichermaßen diese Kosten für die Netznutzung, die Instandhaltung und den Ausbau der Netze an den jeweiligen Netzbetreiber entrichten.

Wie entwickeln sich die Strompreise?
Insbesondere der energiewendebedingte Netzausbau wird zu weiteren Kostensteigerungen führen. Neue, große Stromleitungen sollen zukünftig unter der Erde verlegt werden und sind deutlich teurer als Freileitungen. Aber auch die EEG-Umlage und die Folgeumlagen, die auf die Strompreise umgelegt werden müssen, steigen weiter. In den nächsten Jahren werden weitere Windparks in Betrieb gehen, die noch einen garantierten Strompreis von 20 Cent bekommen. An der Börse wird der Strompreis durchschnittlich mit 3-4 Cent netto gehandelt. In die Netzstabilisierung muss ebenfalls weiter investiert werden. Prognosen gehen von einem Anstieg der EEG-Umlage bis über 8 Cent netto aus. Diese Mehrkosten der Energiewende müssen per Gesetz alle „nichtprivilegierten Letztverbraucher“, d.h. vor allem die Privathaushalte über die Stromrechnung tragen. Die Industrie mit einem hohen Energieverbrauch bekommt Milliarden-Rabatte oder ist sogar davon befreit. Mit einem weiteren Anstieg der Strompreise muss somit gerechnet werden.