Energiewende und Netzentgelte verteuern den Strompreis

Welche Faktoren bestimmen den Strompreis?

Im Zuge der Energiewende sind der Ausbau der Netze und die EEG-Umlage die größten Kostentreiber. Netzentgelte und gesetzliche Umlagen machen bereits rund 75 % des Strompreises aus. Der Staat verdient daran immer gut mit: Auf die Umlagen werden am Ende die MwSt. aufgeschlagen. Diese Preisbestandteile müssen von allen Energieanbietern gleichermaßen getragen werden.

Wie setzen sich die Strompreise zusammen?
Steuern und Abgaben machen bereits über 50% der Strompreise aus und sind damit der größte Kostenfaktor. Weitere 25% entfallen auf die Netznutzung – Tendenz steigend. Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist der Ausbau der subventionierten Stromerzeugung und der Netzinfrastruktur im Zuge der Energiewende. D.h. nur ¼ des Strompreises kann der Energieversorger beeinflussen und muss damit die Kosten für den Stromeinkauf, die Verwaltung und den Vertrieb abdecken.

Warum sind die Strompreise unterschiedlich hoch?
Etwa ¼ des Strompreises entfallen auf die staatlich regulierten Netznutzungsentgelte, die je nach Wohnort sehr unterschiedlich sein können. Diese Gebühren für die Durchleitung von Strom richten sich nach den Betriebskosten der Netze und der Bevölkerungszahl. Jeder Stromanbieter muss gleichermaßen diese Kosten für die Netznutzung, die Instandhaltung und den Ausbau der Netze an den jeweiligen Netzbetreiber entrichten.

Warum sinken die Strompreise nicht, wenn die Börsenpreise fallen?
Fallen die Börsenpreise, so steigen die Umlagen. Die Erklärung dafür ist einfach. Den Erzeugern von Ökostrom vor allem aus Sonne- Wind- und Biomasse ist eine feste Vergütung von bis zu 20 Jahren garantiert. Aufgrund der zunehmenden Menge an Ökostrom sinken die Strompreise an der Börse. Jede Kilowattstunde aus subventionierter erneuerbaren Energie wird mit einem Kilowattstundenpreis bezahlt, der deutlich über dem üblichen Marktpreis liegt. Mit der EEG-Umlage wird die Differenz zwischen dieser Vergütung und dem Börsenpreis finanziert. Der verstärkte Ausbau des subventionierten Ökostroms führt somit erneut zu steigenden Umlagen und erhöht die Strompreise

Wie entwickeln sich die Strompreise?
Insbesondere der energiewendebedingte Netzausbau wird zu weiteren Kostensteigerungen führen. Neue, große Stromleitungen sollen zukünftig unter der Erde verlegt werden und sind deutlich teurer als Freileitungen. Aber auch die EEG-Umlage und die Folgeumlagen, die auf die Strompreise umgelegt werden müssen, steigen weiter. Diese Mehrkosten der Energiewende müssen per Gesetz alle „nichtprivilegierten Letztverbraucher“, d.h. vor allem die Privathaushalte über die Stromrechnung tragen. Die Industrie mit einem hohen Energieverbrauch bekommt Rabatte oder ist sogar davon befreit.

Sie wollen nachhaltig günstig kalkulierte Strompreise?
Die Entscheidung für einen Stromanbieter wird immer mehr zu einer Entscheidung für eine Unternehmenspolitik und für den aktiven Klimaschutz. Viele Verbraucher haben bei Billigangeboten schon negative Erfahrungen gemacht. Sei es z.B. im Falle nicht gehaltener Bonusversprechen oder bei drastischen Preiserhöhungen, versteckt in Werbeflyern oder Werbe-E-Mails. Leider wird allzu billiger Strom für Verbraucher im Nachhinein oft recht teuer, und der Service lässt häufig zu wünschen übrig.